Archiv für den Tag: 22. April 2015

Pruning

Viele meiner Fans(*ggggggg) fragen mich haeuffig, „Du Denis, du sprichst immer wieder mal davon, dass die Pickingzeit nun vorbei ist und ihr nun sowas macht, was sich Pruning nennt?!?“
Das stimmt Bobby. Picking ist so gut wie vorbei und wir verbringen nun den ganzen Tag auf einer hydraulischen Leiter und beschneiden Baeume, aber hier erstmal die Theoerie.

Pruning nennt sich den Vorgang des beschneidens oder besser noch des Trimmens eines Baums. Der Sinn ist es den Baum so zu trimmen, dass er kontrolliert waechst und moeglichst viele Fruechte in den naechsten Jahren moeglichst einfach pfluecken laesst.
Da die Natur gerne macht was sie will, wachsen viele Aeste gerne in den Baum, wo man sie nur sehr schwer pfluecken kann. Auch Aeste die sich kreuzen sind nicht schoen, geschweige denn, dass die Aeste so lang werden dass sie A) mit zu viel Frucht am Ast auf den Boden sinken oder B)zu weit in einen benachbarten Baum ragen oder C)die Aeste auf die Wege ragen, wo Mensch und Maschine Tag ein Tag aus vorbei muessen.
Unsere Aufgabe ist es also einen Baum so zu trimmen, dass die fetten Fruechte entweder aussen am Baum einfach pflueckbar sind oder auch etwas hoeher einfach mit einer Leiter zu picken sind. So wie ein Weihnachtsbaum, wo Lametta und der ganze Schmuckmist aussen haengt :)
Hier mal ein kurzer Vergleich zwischen einem ungetrimmten Ast/Zweig und anschliessend einem getrimmten.

vorher

vorher


Es ist keine Struktur in diesen Zweigen, alles waechst irgendwie. Prio 1 ist es die Mitte zu clearen, damit man quasi eine Art Krallenhand bildet, wo die Fruechte schoen an den Seiten haengen und nicht in der Mitte wo sie von den aeusseren Zweigen umgeben und unerreichbar sind.
Nachher

Nachher


Alle Zweige sind aus der Mitte entfernt. So koennen die Fruechte wunderbar an den auesseren Zweigen haengen und einfach gepflueckt werden. Alle Zweige sind vorschriftsmaessig Ellenbogen lang, da zu viele Fruechte spaeter eher kontraproduktiv sind. (Ich hoffe man versteht das Konzept dahinter).
Da wir von 6-8m hohen Baeumen reden haben wir eine hydraulisch arbeitende Leiter, mit der wir uns in die Baeume und auf die Tops stuerzen koennen.
Beschneide mich du Stück..

Beschneide mich du Stück..


Diese „Hydroladda“ wird mit den Fuessen gesteuert, wobei das linke Pedal den linken Reifen vor- oder zurueck steuert, das rechte Pedal das rechte Rad und das mittlere Pedal fuer hoch und runter zustaendig ist.
Links rechts geradeaus

Links rechts geradeaus


Im Winter echt kranker scheiss… 8 Stunden nur in diesem Kaefig gefangen und keine Bewegung, die Fuesse merkt man Null komma Null…
Die meisten Aeste sind Daumendick, aber es kommt auch vor, dass wir dickere Brocken beschneiden muessen, wofuer wir eine kleine Saege haben, jedoch fuer 95% aller Schnitte verwenden wir eine hydraulische Schere, die unfassbar stark ist.
Sau scharf

Sau scharf


Durch Betaetigung des Hebels schnappt die Schere zu und egal was dazwischen kommt, ist dann nicht mehr zusammen. Soll heissen, man muss sehr aufpassen, da Finger fuer diese Lady keine Gegner sind.

Alles in allem ist das Pruning ganz nice, die Zeit verfliegt so schnell und ich liebe den Sound wenn die Schere zuschnappt und sich durchs Holz frisst. Aktuell arbeiten wir auch beim prunen auf Contract d.h. der Supervisor macht 1-2 Calibrating Baeume, um den Preis zu Berechnen und dann geht es los in der Regel so fuer 4-5 Dollar pro Baum. Ein Baum schafft man etwa in 15-20 Minuten.
Zu Anfang mache ich noch sehr viele Fehler die erst langsam besser werden. Erst lasse ich nicht genug stehen und schneide zu viel ab, dann lasse ich die Aeste zu lang, dann ist zu viel totes Holz am Baum…3 Tage spaeter schneide ich zu wenig ab, dicke Aeste gehen in Richtung Baum.. alles nen Drama, aber ich glaube langsam kriege ich den Dreh raus.

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