West Highland Way Teil 3

Von der Farm aus bin ich dann mit dem belgischen Paar los Richtung Crianlarich und später noch Tyndrum. Der Weg war angenehm zu gehen, ein astreines Wetterchen hat das Ganze dann noch abgerundet.
Also mein bestes Krüppelenglisch ausgekramt und mit den Belgien gequatscht und über Deutschland, Arbeit, Leben und Co. philosophiert.
An der Kreuzung nach Tyndrum sind die dann einen kleinen Umweg gegangen und ich weiter. Und wieder habe ich meine Koblenzer Freunde getroffen, die gerade eine Pause machten und von den Drecksmidgets attackiert wurden.
Also denen angeschloßen und zusammen sind wir die nächsten Kilometer gegangen, bis ich mich dann in Tyndrum erstmal in ein Restaurant gesetzt habe, wo ich zum ersten und letzten Mal Fisch ´n Chips gegessen habe.

Dort habe ich auch Nina und Micha aus Osnabrück getroffen (herzliche Grüße dahin). Eine schöne Stunde mit denen beiden unterhalten, war sehr angenehm.
So angenehm, dass ich mich mit denen beiden für die morgige Etappe verarbedet habe. Das hieße aber auch, dass ich noch 14 km nach Bridge of Orchy gehen musste, da die beiden nach Bridge of Orchy mit dem Bus fahren wollten.
Naja gesagt, getan und so bin ich abends um 17:00 mit schmerzenden Füßen noch die 14 km gegangen, was ein Höllenritt !
Auf dem Weg habe ich dann auch Mareika aus Holland getroffen, sehr engagierte Wandererin. Mit ihr auch viele Stunden zusammen gegangen und super unterhalten. Wie gesagt, man ist wirkich nie alleine.
Nach den schlimmsten 4-5 Stunden meines Lebens dann endlich in Bridge of Orchy angekommen, Zelt am Wasser aufgebaut (Welches ein riesenfehler war) und dann ab ins Hotel um einen warmen Kaffee zu trinken und tada tada wen haben wir da? die Koblenzer Truppe ;);)
Die haben schon nicht mehr mit mir gerechnet. Noch zusammen mit denen einen netten Abend verbracht, etwas Fuba geguckt und dann langsam Richtung Zelt oder wie ich es genannt habe “Den Ort des Gemetztels”.
Das war ungelogen meine Schlimmste Nacht in meinem gesamten Leben.
Nicht nur das ich nicht so recht eingeschlafen bin, die dreckigen Viecher haben mich nur auf Trapp gehalten und mich übelst verkloppt. Die ganzen Cremen und Sprays haben nicht so recht geholfen. Ich wusste nur noch, dass der beste Schutz gegen dieses Viecher, Klamotten sind. D.h. Lange Buxe an, Jacke an, Handschuhe an, Mückennetz auf den Kopf und versuch 1-2 Stunden die Augen zu zumachen.
Am nächsten Morgen fühlte ich mich wie eine Leiche die noch nicht ganz tot war… boah ey !
Und morgens ging es gleich weiter mit den Drecksviechern. Mann muss sich nun mal die Situation vorstellen… Du liegst da im Schlafsack und hast alles an, bis auf Socken. Du guckst an die Zeltdecke- und Wände und du siehst nur schwarze Punkte, diese Drecksviecher. Du machst das Zelt auf und siehst sie auf dich einstürzen. Kein Problem, denn du hast ja alles an Kleidung an und die können dir nichts, ABER… du hast weder Socken noch Schuhe an.. was machen?
Irgendwie mit dem Schlafsack aus dem Zelt gehoppelt und versucht erstmal “so” in die schuhe und nur weg von dem Ort.. dann ein paar meter gegangen mit Socken in den Händen und nach und nach den Viechern entkommen und die Socken anziehen… Hell no nie wieder Bridge of Orchy !!!!

Nachdem ich nen Kaffee im Hotel hatte und mich auf dem Hotelklo erstmal in Ruhe an den Füßen verarzten- und tapen konnte hatte ich um 9:00 das Date mit Nina und Micha und so gingen wir dann auch los auf die 24 km Etappe nach Kingshouse. Wir haben uns super unterhalten und im Grunde den ganzen Tag nur rumgelabert und auf die wildesten Geschichte gekommen u.a. das 100 Pornotitel Duell zwischen Micha und mir;). Er hat gewonnen, aber soo schlimm ist das nun auch nicht 😉
Die Etappe war sehr anstrengend für mich, da es viel Strecke war und meine Füße wirklich am Ende. So haben wir uns etwa 5 km vor Ende getrennt, da ich deren Tempo nicht halten konnte und ich froh war wenn ich es überlebe.
Aber angekommen in Kingshouse war ich erleichtert und sehr von der Umgebung angetant. Nur ein Hotel, 2-3 kleine Bunker für B&B und einen kleine Stelle zum Zelten und um uns herum nur Berge und herrliche Natur.. Super!
Da hätte ich auch noch ein paar Stunden mehr im Gras liegen können und einfach dösen. Das habe ich zwar auch 1-2 Stunden gemacht, so das endlich mal etwas frische Luft an meine schmerzenden Füße kam und das tat sooo gut !
Wir merken uns kurz an dieser Stelle *nimm flip flops mit, Man !*
Auch der Abend war wieder im kleinen Pub mit Bier, Burger und Fussball und natürlich mit nochmehr Deutschen;) Diesmal 3 aus Bayern und 2 Schwaben, mensch mensch;)

Die Nacht war bisher die beste, kaum Midgets und viele Stunden Schlaf, Top ! Am Morgen nach meinem Lecker Frühstück mit Haferflocken und Kaffee(Selfmade^^) habe ich dann wieder die Holländerin getroffen und Ihre Worte waren “I didn´t expect you here today” HAHA, geowned:>
Also ging es erstmal alleine los nach Kinlochleven über Devils StairCase, die schwerste Etappe über 14 km und über 800 Höhenmeter rauf und runter. Auf dem Weg dann wieder Micha und Nina getroffen und etwas gelabert und dann abwechselnd mit der Holländerin gelaufen und auch einige Stunden für mich. Die Natur und die Umgebung in 500m Höhe war absolut genial, da hätte man wirklich noch ein paar mehr Stunden verbringen können und einfach die Natur auf sich wirken lassen. Aber an dem Tag hat Deutschland das erste Spiel gehabt, also hatte ich nich sooo viel Zeit.
Nach der harten Etappe in dem süßen Dorf Kinlochleven angekommen, das geschätzte 23 Einwohner hat, habe ich erstmal wieder die 4 vonner Tanke*gg getroffen, also meine 4 Koblenzer Buddys, die locker flockig in der Sonne gechillt haben. Im Shop dahinter habe ich mich erstmal mit Essen und Trinken eingedeckt und mal das Kalorienzählen beiseite gepackt 😉
Weiter ging es dann zu McDonalds Farm, wo ich mein Zelt aufspannte und wir zusammen Abends das Deuschland Spiel guckten, sehr schöner Abend wieder.

Weiter geht es im letzten Teil und der Aufstieg nachts auf 1344m Höhe, Ben Nevis!

J4l3n

 

 

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