Die Sache mit dem Rotwerden – Level II

Was für ein Montagabend. Es war wieder soweit – Toastmaster Evening in Hannover!
Ich hatte bereits vor zwei Wochen meine bezaubernde Nachbarin überzeugt, sich die Sache mit diesem… diesem Redeclub anzusehen.
Letzten Montag war sie wieder mit dabei, hat ihr Wort gehalten und hat mich damit aus meiner *Kein Bock Stimmung* abgeholt.
Alleine wäre ich wahrscheinlich diesmal nicht hingegangen… Geliebte Zuverlässigkeit, ich sags immer wieder *g

Die Stimmung vorher - gar kein Bock, ey

Die Stimmung vorher – gar kein Bock, ey


Der Abend ging wie immer los…
Da jeden Montag neue Gäste im Publikum sitzen, wird jedes Mal aufs neue der Abend kurz erklärt. Es werden kurz die Stehgreifreden vorgestellt, die verschiedenen Ämter und die Sache mit dem Bewerten.
Spätestens ab dem Moment, wo ich mich hingesetzt hatte bekam ich Puls. Ich wusste, dass ich später gefragt werden würde, ob ich festes Mitglied bei den Hannover Speakers werden möchte. Es war mein dritter Abend als Gast und beim dritten Mal wird jeder Gast vor die Entscheidung gestellt, sich entweder für oder gegen den Club zu entscheiden. Ersteres wird richtiggehend ritualisiert, aber dazu später mehr.

Meine erste kleine Rede von vor drei Wochen hatte ich verdaut und habe mir selber zugesprochen: „Wenn du da hochgehst, dann bleib mal locker, Man! Du redest 1-2 Minuten über irgendwas, es gibt kein Grund, so angespannt zu sein und Todesängste durchzustehen. Ja klar, du bist noch ganz am Anfang, was das freie Sprechen angeht, aber du hast es schon einmal gemacht, du hast es geschafft, also gogo – Weitermachen und be cool“ – so oder so ähnlich *g

Die ersten Stehgreifreden wurden abgehalten und diese waren auch wieder ziemlich gut und flüssig.
Nun wurde zur letzten Rede aufgerufen und unteranderem ging auch mein Arm hoch. Ich wollte es auch irgendwie, da heute die Aufnahme für den Club anstand, da wollte ich Einsatz zeigen.

Natürlich bekam ich meine Chance und wie so oft ging der Puls so schnell so hart hoch und ich musste mich ermahnen, ruhig zu werden. Ich verliere total die Kontrolle über meine innere Ruhe, alles ist einfach on fire.
Dieses Mal zog ich eine Karte, auf der Falco(der *australischen Sänger da) abgebildet war. Auf der Bühne überlegte ich mir schnell irgendein Zeugs und fing an zu reden.

Dieses Mal war ich insgesamt ruhiger und nicht so verdaddelt im Kopf – Es war nur eine kleine Rede, Man!
Es war ganz interessant festzustellen, dass ich mit einem Gedanken begann und ich dann andere, sinnvolle Dinge daran anknüpfen konnte, die nicht direkt was mit Falko zu tun hatten. Ich kam vom Künstler über die Tatsache, dass die letzten Jahre viele Große von uns gegegangen sind und habe die kurze Rede damit beendet, dass es nicht (immer)um die Musiker an sich geht, sondern um das was sie uns hinterlassen.

Wenn du da oben stehst ist Akzeptanz und Verstandenwerden das Allergrößte. Ein, Zwei Köpfe haben hin und wieder genickt und das war es, was ich brauche, um mich da oben wohl zu fühlen.
Nach diesem EineMinute10-Quickie ging ich von der Bühne mit dem Wissen, dass das nicht der letzte Auftritt für heute war.
Das Gefühl von Freiheit und innere Stärke kam wieder in mir hoch und ich war froh, dass ich mich wieder getraut hatte. Immer und immer wieder!

Die nächste Stunde wurden die vorbereiteten Reden und Bewertungen durchgeführt. Wenn man nicht auf der Bühne steht, kann man sich bei jedem anderen immer eine Kleinigkeit abschauen, die einen sehr anspricht oder auch, die man an sich selbst schon ziemlich gut findet.

Kurz vor Schluss wurde dann der Part für die Mitgliedsaufnahme vollzogen.
Dafür wurde ich zum Glück nicht alleine nach vorne gebeten, sondern habe vorne zusammen mit Hans kurz erklären dürfen, warum wir Mitglied werden wollen.

"Warum wollt ihr bei den Hannover Speakern Mitglied werden?"

„Warum wollt ihr bei den Hannover Speakern Mitglied werden?“

Der ganze Abend ging mit einer buddhistischen Metapher los, die veranschaulichen sollte, dass eine westliche Mauer mit 1000 Steinen meist als schlecht oder ungenügend angesehen wird, nur weil zwei Steine nicht perfekt sind, obwohl die anderen 998 Steine einfach gut sind. Das nahm ich als Zündstoff und erklärte damit, dass ich auch mindestens zwei Schwächen hätte: Einmal die Schwäche vor Publikum zu sprechen und die Schwäche der Sterblichkeit

Es fühlt sich einfach schön an, wenn man andere zum Lachen bringt… das ist echt befreiheind.
Anschließend wurde wir beide und alle anderen Gäste vor die Tür gebeten.
Nach etwa 90 Sekunden und einem lauten „huuuu“ vonh drinnen wurden wir in den Raum geführt, der dunkel gemacht wurde und die Mitglieder hielten ihre Smartphones mit der Taschenlampen-App hoch. Die Krönung dieser Zermonie war eine alte bekannte Boxer Hymne, die aus den Lautsprechern ertönte.

Ein echtes Ritual, mensch.

Ein echtes Ritual, mensch.

Es war wirklich schön!
und dann… waren wir Mitglieder der Hannover Speakers.

Ich habe jetzt richtig Bock da Gas zu geben.
Ey, das ist so verrückt. In der Schule habe ich es gehasst, vor meinen Schulkameraden zu reden und Vorträge zu halten. Jetzt gehe ich freiwillig in einen Club, dessen Fokus ist, das Sprechen vor Publikum zu verbessern – Weired.
Natürlich werde ich immer noch rot, aber das ist in dem Moment oben auf der Bühne nicht mehr sooo schlimm. Ich kann es eh nicht abschalten, daher nehm ich es so hin und versuche einfach oben das Beste draus zu machen. 2019 geht gut los! 😉

J4l3n

P.S. Ich bin seeeeeehr gespannt, wo diese Reise hinführt… 😉

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