West Highland Way Teil 1

Ich weiß gar nicht so genau wo ich anfangen soll…

Mein Plan war -> Ich alleine für 10 Tage nach Schottland um den West Highland Way zu bestreiten und herausfinden ob klein Denis draußen in der Wildnis überleben kann und ich muss sagen, Yes, I do !.

Los ging das ganze am 11.06.2014 mit dem Flug von Bremen nach Edinburgh. Bis ich dann endlich am Start des WHW(West Highland Way) in Milngavie hat es bis ca. 15:00 gedauert, da ich von Edinburg nach Glasgow und von da nach Milngavie musste. Für die Zukunft, wir nehmen nie wieder die Linie 15 von der Hope Street… Klar, kostet nur 1,90 Pfund aber hat auch eine Stunde gebraucht.

In Milngavie an dem Obelisken angekommen noch kurz ein Foto in gewohnt lässiger Figur gemacht;). Von da aus ging es dann los 19 Km Richtung Drymen.
Also die 17 Kilo auf den Rücken geschnallt und fröhlich pfeifend bei bestem Wanderwetter losgelaufen. Kurz vorher noch schnell im Laden um die Ecke eine Gaskartusche und etwas Midgetprotection gekauft.

Die ersten paar Kilometer waren jetzt noch nicht soo spektakulär, als wenn man durch einen Park schlendert oder bei uns etwas im Wald spazieren geht, aber nach etwa 6-7 Kilometer begann die Schönheit von Schottland langsam auf mich zu wirken. Extrem schöne Grünfläche, überall Berge und  der Wanderweg schlengelt sich süß an kleinen Bächen und Felsen vorbei. Die tiefe des Landes kommt auf den Bildern leider so gar nicht rüber, man muss es einfach selber erleben.

Nach der Hälfte der Strecke habe ich dann auch die 4 fröhlichen Jungs und Mädels aus Koblenz kennengelernt. Eine Bekanntschaft, die mich den ganzen Weg positiv begleiten sollten, bis zum bitteren Ende 😉
Wir sind dann nach etlichen Versuchen unser Zelt irgendwo aufzubauen in Drymen auf dem Campingplatz gelandet. Hier trifft Vorstellung auf Realität, aber extrem.
Wenn ich an einen deutschen Campingplatz denke, stelle ich mir so einen großen Platz vor wo Camper stehen und die T4 von VW aneinander gereiht stehen, aber da. Fehl am Platz !
Eine kleine süße Wiese, wo etwa 8 Zelte drauf passten und das war es dann auch. An dem Abend und am folgenden Morgen haben wir die ersten Bekanntschaften mit den Ausgeburten der Hölle gemacht, MIDGETS!

Wer sie nicht kennt, es sind eine Abart von Mücken nur viel viel kleiner und deutlich nerviger und aggressiver. Später dazu mehr.

Nach dem wir dann also unsere erste Nach in Drymen überstanden haben standen nun die nächsten etwa 25 Kilometer auf dem Tagesplan. Das Ziel war irgendwo bei Rowadenan wild zu campen.
So ging die Reise also morgens nach einem leckeren Frühstück in Drymen los und ich ging erstmal einen Stück alleine, da die 4 Guys noch einen kurzen Umweg machen mussten.
Nach dem halben Tag ging es dann auf den ersten Berg, den Connic Hill auf etwa 400 Höhenmeter. Der Weg war Knüppelschwer und ich musste meine Füße das erste Mal verarzten. Beim Anstieg kam ich dann auch teilweise an meine körperlichen Grenzen und musste wirklich ans Limit gehen.Aber die Aussicht von ganz oben war völlig atemberaubend. Es war einfach nur schön. Man hatte einen sehr guten Überblick über den Anfang vom Loch Lomond und über vieles andere auch. Dort oben traf ich dann die nächsten beiden Deutschen, die in der Nähe übernachtet haben um mal hier und da den einen oder anderen Berg zu besteigen und dort oben zu relaxxen. Wir hatten eine sehr schöne Unterhaltung und haben bis nach Balmaha den Abstieg zusammen erlebt und uns rund um das Thema Reisen unterhalten. Von Neuseeland über Kirgistan, Schweden und  und Südamerika war alles dabei.
In dem Gespräch lernte ich auch das “hi dear”. Die meisten Schotten sagten es zu mir und ich habe es nie richtig verstanden. Aber nun weiß ich, dass es eine sehr liebe, höffliche Form von “Hallo Du” ist.. eine Art “Hallo lieber”.
Generell muss man sagen, dass die Schotten wirklich sehr freundlich und höflich sind.
Nachdem wir uns dann in Balmaha getrennt haben bin ich meinen Weg weiter am rechten Strand vom Loch Lomond weiter gelaufen Richtugn Rowendanan. Nach den etwa 22 Kilometern wollte ich dann auch nicht mehr wirklich weiter, aber konnte bzw. durfte mein Zelt nicht einfach irgendwo aufstellen, da das Wildcampen nur in unrestricted Zonen erlaubt ist und viele Stellen vom östlichen Loch Lomond waren restricted Zones.
Also musste ich so lange gehen, bis ich einen geeigneten Ort fand, um mein Zelt aufzustellen, welches nicht in der restricted Zone war.

Nach dieser Nacht begann der nächste Tag dann mit Regen, endlich mal !;) Das heißt, Regensachen an und los gehts. Tagesetappe heute war die Beinglas Farm in Inveroran. An dem Tag ging ich dann auch “endlich mal” ein paar Stunden ganz alleine, bis ich dann ein belgisches Pärchen mehr oder weniger kurz kennen gelernt habe, die ich später wieder sehen sollte.
Nach den Kilometern alleine, die im Grunde recht easy waren, begann der Weg an echt anspruchsvoll zu werden, d.h. in einer Höhe von etwa 200 Metern ging es an einer steillen Wand/Felsmauer den Weg weiter Richtung Inversnaid Hotel und das war ein sehr cooler Punkt um mal eine Minute länger Rast zu machen. Das heißt 1-2 Stunden in das Hotel, leckeres Baguette bestellt und einen Liter Pepsi. Oh yes!
Und nachdem ich dann mich schön ausgeruht habe und wieder zu Kräften gekommen bin habe ich mit 2 weiteren Deutschen etwas gequatscht.
Und wen habe ich in dem hotel noch getroffen? Die Koblenzer Bande 😉 – Tja so sieht man sich wieder. Noch kurz etwas ausgetauscht und mich dann wieder auf den Weg gemacht mit dem absolut schwärsten Stück Weg bisher. Wieder in einer gewißen Höhe mit schwierigem Weg, über Felsvorsprünge und scharfen, rutschigen Kanten an hohen Steinschickanen und Geröll vorbei. Der Weg hatte es wirklich in Sich und man musste sich höllisch konzentrieren, vorallem weil ich alleine war und da kein Bock auf ein Drama hatte. Bis zu dem Tag habe ich jeden Tag einen Song auf nem alten Handy gehört, was nur für Musik und Uhrzeit zuständig war. Ein Song um halt Akku zu sparen, aber naja das Handy ist dann irgendwie beim Bergsteigen in den nächsten kleinen Wasserfall 4m tief gefallen.. also von da an keine Zeit mehr und keine Musik mehr ! Neeeein!

Aber die Umgebung und an der linken Hand immer den schönen Loch Lomand war schon ein schöner Trip. Dort sind auch einige der schönsten Bilder entstanden. Auf dem Weg habe ich dann auch noch 2 kleine französinnen getroffen und wir merken uns kurz an dieser Stelle. Nimm niemals ein Wurfzelt mit zum wandern! 😉
Nachdem ich dann kurz vor dem Ende von der Koblenzer Bande und den beiden aus dem Hotel eingeholt worden bin, trafen sich alle auf der Farm, die ein Campingplatz, einen Shop, einen Trockenraum und einen Pub hat. Wirklich extrem coole Location. Nach der ersten gemeinsamen Cola und dem Aufbau des Zeltes haben wir den Abend locker im Pub ausklingen lassen, mit leckerem schottischen Bier, Fussball im TV und sehr angenehmer Stimmung.
Dort habe ich dann auch die Chance genutzt zu duschen und meine Klamotten zu wechseln und zu trocknen.
Weiter gehts dann gleich im nächsten Part.

J4l3n

 

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